{"id":11,"date":"2023-03-18T13:17:53","date_gmt":"2023-03-18T12:17:53","guid":{"rendered":"https:\/\/taetigkeitstheorie.de\/?p=11"},"modified":"2023-07-28T23:09:41","modified_gmt":"2023-07-28T21:09:41","slug":"historische-und-systematische-aspekte-des-lesens-als-kulturelle-praxis-eine-fallstudie-mit-und-ueber-brasilianische-jugendlichen-einer-favela","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/taetigkeitstheorie.de\/?p=11","title":{"rendered":"Historische und systematische Aspekte des Lesens als kulturelle Praxis &#8211; Eine Fallstudie mit und \u00fcber brasilianische Jugendlichen einer Favela"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bernd Fichtner \/ Ohrbeck 2021<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Beitrag werden historische und systematische Aspekte des Lesens und der aktuellen Leseforschung vorgestellt als theoretische Grundlage einer Fallstudie. Im Alltag verstehen wir Lesen als T\u00e4tigkeit eines Individuums, das einen Text still und leise f\u00fcr sich selbst liest. Lesen gilt neben (neben Schreiben und Rechnen) als eine wichtige und grundlegende Kulturtechnik; sie ist ein Teil der Kommunikation im Alltag. Um sich zu orientieren, muss man Schilder, Wegweiser, Beschriftungen von Verkehrsschildern lesen und verstehen k\u00f6nnen. Informationen, wie man sie in B\u00fcchern oder im Internet findet, setzten eine gute Lesefertigkeit voraus. Ein wichtiger Teilaspekt des Lesens ist oft die Reflexion, also das \u00dcberdenken des Gelesenen. Die erz\u00e4hlende Literatur (Unterhaltungsliteratur, Belletristik) erlaubt dem Leser sich in andre Zeiten und Personen zu versetzten und so Erfahrungen aus zweiter Hand zu sammeln. Auch im Blick auf Bilder benutzen wir das Wort Lesen.<\/p>\n<p>Was meint nun aber Lesen als kulturelle Praxis eines Individuums? Dar\u00fcber hinaus: Was bedeutet Lesen als kulturelle Praxis von Jugendlichen der Favela Sao Mateu in Sao Paulo?<\/p>\n<p>In einem<strong> ersten Schritt<\/strong> werden im Folgenden kurz die wichtigen Etappen des Lesens, vor allem die historische Entstehung des stillen Lesens als Revolution mit ganz neuen M\u00f6glichkeiten der Thematisierung und Entwicklung der Subjektivit\u00e4t des Lesers vorgestellt. Hierzu geh\u00f6ren auch Formen des Lese-Verbots und der B\u00fccherverbrennung. In einem <strong>zweiten Schritt<\/strong> wird allgemein die Lese-Praxis von Jugendlichen heute vor allem in Bezug auf die neuen Technologien der Information und Kommunikation (TIC) befragt. In einem <strong>dritten Schritt<\/strong> wird das Wohnen von Jugendlichen in einer Favela in Sao Paulo und der Bezug zu ihrem Erziehungs- und Bildungszentrum (CEU) zum Thema. Der Vortrag wird in einem <strong>vierten Schritt<\/strong> abgeschlossen mit der Skizze einer Fallstudie, basierend auf Methodologie der \u201eRomantischen Wissenschaft\u201c (Lurija) und narrativen Interviews mit Jugendlichen dieser Favela in Sao Paulo.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Zur Geschichte des Lesens<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Entwicklungsgeschichte des Lesens ist eng mit der Geschichte der Schrift verbunden \u2013 ich beziehe mich hier vor allem auf die\u00a0\u00a0 beeindruckende Die Studie des Argentiniers Alberto Manguel: Eine Geschichte des Lesens. Frankfurt\/2012 <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Schrift und Lesen waren in einer historischen Perspektive eng mit der Weitergabe von Werten verbunden (nach Todd: Primogenitur). Durch die Alphabetschriften wurde Lesen wesentlich erleichtert. In der Antike und im Mittelalter wurde in der Regel laut gelesen. Griechische und r\u00f6mische Autoren beschreiben anschaulich die damalige Praxis eines langsamen und lauten Vorlesens, das wohl immer als ein Lesen \u201ein Gesellschaft\u201c, d.h. zusammen mit andern realisiert wurde.<\/p>\n<p>Etwas leise und im Stillen f\u00fcr sich selbst zu lesen, stellt historisch eine Revolution dar, die m. E. in der aktuellen Leseforschung nicht ad\u00e4quat thematisiert wird. Im Jahre 383 n. Chr. kam Augustinus von seiner Heimatstadt Karthago als 29-j\u00e4hriger Lehrer der lateinischen Rhetorik nach Rom.<\/p>\n<p>Eine Anekdote aus den \u201eBekenntnissen\u201c des Augustinus galt lange Zeit als Beleg daf\u00fcr, dass das individuelle leise Lesen nicht als \u201enormal\u201c galt: Augustinus berichtet, dass er seinen Mentor, den Bischof Ambrosius in Mailand beim leisen Lesen ertappt h\u00e4tte, \u201ewobei dessen Augen \u00fcber die Zeilen geglitten seien, die Stimme jedoch habe geschwiegen (vox autem et lingua quiescebant)\u201c. Augustinus dr\u00fcckt sein Erstaunen dar\u00fcber aus und sucht nach Erkl\u00e4rungen\u2026. Diese Beschreibung gilt als das erste gesicherte Beispiel f\u00fcr stilles Lesen in der westlichen Literatur (vgl. Alberto Manguel 2018, 71-79). Detailliert beschreibt Manguel wie durch neue Schreibweisen das stille Lesen in den Schreibstuben der M\u00f6nche erleichtert wurde.<\/p>\n<p>Das stille Lesen erm\u00f6glichte dem Leser eine ungest\u00f6rte Beziehung zum Buch und zum Wort. Die M\u00fche und die Zeit, die zum Aussprechen der W\u00f6rter erforderlich war, konnte er sich sparen. Dies motivierte die Vorstellungskraft des Lesers, das Gelesene mit seinem Wissen oder einem anderen vorliegenden Buch zu vergleichen.<\/p>\n<p>Das Buch, das vom einzelnen Leser in stiller Lekt\u00fcre aufgenommen wird, ist nicht l\u00e4nger Gegenstand sofortiger Erkl\u00e4rung oder Zensur durch eine Autorit\u00e4t. Das stille Lesen erm\u00f6glicht eine unkontrollierte Kommunikation zwischen dem Text und Leser und damit einen \u201eeinzigartige St\u00e4rkung des Geistes\u201c, wie Augustinus es ausdr\u00fcckte.<br \/>\nIn dieser Epoche war das Lesen eines Buches eine kostspielige Angelegenheit, die nur wenige sich leisten konnten. Erst ab dem Hochmittelalter tritt eine Wende zum stillen, individualisierten Lesen ein. Zu erw\u00e4hnen sind auch die ersten Universit\u00e4tsgr\u00fcndungen. Das stille Lesen st\u00f6rt andere Kommilitonen nicht bei der Arbeit, ferner musste man niemanden preisgeben, was man las. Aus\u00a0\u00a0 Zeitgr\u00fcnden kann ich leider nicht auf den Buchdruck, auf Martin Luther, das Lesen der Bibel und die Reformation eingehen.<\/p>\n<p>Erst ab dem 16.Jh. setzte sich langsam die Ver\u00f6ffentlichung von Texten in der Landessprache und nicht mehr in Latein durch. Das Lesen wurde zuerst in den St\u00e4dten dominant \u2013 (nicht unwichtig war auch die Erfindung der Lesebrille). Kaufleute, Juristen und Akademiker sahen das Lesen als eines ihrer Privilegien im Vergleich zu Bev\u00f6lkerung auf dem Lande.<\/p>\n<p>Erst im 18.Jahrhundert kann eine neue Tendenz festgestellt werden als Trend weg von religi\u00f6sen Titeln zur Belletristik. Nicht mehr biblische, religi\u00f6se Themen waren dominant, sondern ein neuer Trend zu einer weltlichen Thematik &#8211; manchmal verbunden mit einer \u201eLesewut\u201c als \u00dcbergang von der vormals intensiven Lekt\u00fcre hin zum extensivem Leseverhalten \u2013 das im Bildungsb\u00fcrgertum des 19. Jahrhunderts seinen H\u00f6hepunkt findet.<\/p>\n<p>Lautes Lesen hat sich als merkw\u00fcrdige Ausnahme dennoch erhalten: In Kuba wurde den Arbeitern in den Zigarettenfabriken laut vorgelesen. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden solche Vorlesungen manchmal von den Arbeitern selbst bezahlt \u2013 und wurden manchmal vom Gouverneur Kubas verboten.<\/p>\n<p>Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erscheinen neue Medien (Fotografie und Phonograph &#8211; Kino, Radio und insbesondere das Fernsehen schw\u00e4chen zunehmend die Leselust (\u201eSchaft das Fernsehen ab !!!\u00b0\u201c?) (vielleicht einige Stichworte zur Geschichte des kleinen Bauerndorfes S\u00fcdlohn im M\u00fcnsterland an der holl\u00e4ndischen Grenze, wo Bernd Fichtner aufgewachsen ist:\u00a0 \u2026..)<\/p>\n<p>Formen der Lese-Verbote bis hin zu den B\u00fccherverbrennungen verstehe ich auch als Formen, die die politische Relevanz des Lesens ausdr\u00fccken. In Athen wurden 411 v. Chr. die Werke des Protagoras verbrannt. Kaiser Augustus trieb die Dichter Ovid und Cornelius Gallus ins Exil. Im Jahre 303 n. Chr. lie\u00df der Kaiser Diokletian alle christlichen Schriften verbrennen. Im Jahre 1595 ver\u00f6ffentliche die r\u00f6mische Inquisitonsbeh\u00f6rde der Katholischen Kirche den erstem \u201eIndex der verbotenen B\u00fccher\u201c, in denen sie eine Gef\u00e4hrdung des Glaubens und der Moral erblickte.\u00a0 Der junge Goethe wurde in Frankfurt Zeuge einer B\u00fccherverbrennung. Am 10. Mai 1933 wurden in Berlin vor mehr als 100 00 Zuschauern \u00fcber 20 000 B\u00fccher verbrannt begleitet von einer Ansprache des Propagandaminister Goebbels.\u00a0 (Vgl. Manguel 2012, Kap. Verbotenes Lesen, S.377-391).<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Das Lesen von Jugendlichem heute<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Lesen heute ist oftmals ausgerichtet an anderen antrainierten Konsumgewohnheiten. Das Massenmedium Fernsehen mit seinen hundert Kan\u00e4len wird gegenw\u00e4rtig anders konsumiert als zu der Zeit als nur drei Kan\u00e4le zur Auswahl standen. Das \u201eZappen\u201c steht im Vordergrund und so wird oft das Lesen auf unz\u00e4hliche kleinste Happen aufgeteilt was wir oft \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln finden und auch selbst realisieren. Ein Buch am St\u00fcck durchzulesen, scheint einen Luxus zu sein, den wir uns h\u00f6chstens noch im Urlaub leisten k\u00f6nnen. Die neuen Technologien der Information und Kommunikation (TICs) spielen hier vor allem bei den Jugendlichen eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p>In der aktuellen wissenschaftlichen vor allem erziehungswissenschaftlichen Diskussion \u00fcber die Praktiken der Jugendlichen im Blick auf die TICs findet sich ein Moralismus, der vor allem die Gefahren, Laster usw., bei der Nutzung der TICs thematisiert. In diesem Diskurs findet sich eine gewisse Arroganz:\u00a0 Die P\u00e4dagogen wissen schon im Voraus, was ist gut und schlecht in der Praxis, wie jugendliche Nutzer des TIC damit umgehen. Selten findet man eine Position, die versucht, das radikal Neue in dieser Praxis der Jugendlichen zu beschreiben und zu verstehen z. B. in der Hypothese: Jugendlichen erobern und entwickeln in ihren kulturellen Praktiken des TIC, z. B. im Umgang mit dem Internet als sesshafte Nomaden, neue Dimensionen des Sozialen.<\/p>\n<p>Jugendliche nutzen digitale Technologien als integralen Bestandteil ihres Lebens und lesen eigentlich dauernd: auf Websites, in sozialen Netzwerken, auf dem Smartphone, auf dem Tablet-PC etc. Diese massive Nutzung macht andere Denkmuster und Formen der Informationsverarbeitung notwendig: Das Nebeneinander von Bild und Text erfordert mehr Eigenleistung, um Zusammenh\u00e4nge zwischen den einzelnen Textbausteinen herzustellen. Es gilt in dieser Altersgruppe zu beachten, dass Jugendliche sowohl ein reales als auch zum gro\u00dfen Teil virtuelles Leben haben.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Lesen als kulturelle Praxis von Jugendlichen einer Favela und ihres CEU.s in Sao Paulo<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Projekt soll realisiert werdet mit einer Gruppe von Adoleszenten in der \u00dcbergangsphase zum Jugendalter. Sie leben in einer Favela in Sao Paulo und besuchen tags\u00fcber ein CEU oberhalb der Favela.<\/p>\n<p>Das Vereinigte Bildungszentrum CEU war das Hauptprojekt des Sekretariats f\u00fcr Erziehung und Bildung der Stadt Sao Paulo in der Zeit zwischen 2001 und 2004. Es wurde in seiner Konzeptualisierung, Planung und Realisierung von der leitenden Direktorin f\u00fcr das gesamte Erziehungs- und Bildungssystem von Sao Paulo, Maria Aparecida Perez verantwortet, die dar\u00fcber an der Universit\u00e4t Siegen eine beeindruckende Dissertation eingereicht hat<\/p>\n<p>Ein CEU vereint es auf demselben geographischen Raum in einer Favela Schulen, die alle Altersstufen bedienen, ferner kulturellen Einrichtungen (Bibliotheken, Theater, Ateliers Computerzentren) sowie \u00fcberdachte Sporthallen, Spielfelder, Skatparks, Schwimmbecken. Dar\u00fcber hinaus kamen Angebote der sozialen F\u00fcrsorge.<\/p>\n<p>Bis zum Jahresende 2004 wurden 21 CEUs gebaut, in \u00dcbereinstimmung mit der urspr\u00fcnglichen Planung. Bis heute hat sich die Anzahl auf 45 erh\u00f6ht, wobei die 24 zuletzt errichteten CEUs gewissen architektonischen Ver\u00e4nderungen unterzogen wurden. Der Planungsprozess selbst wurde durch komplexe Formen der Partizipation und Mitbestimmung der Favelados bestimmt.<\/p>\n<p>Jede CEU- Einheit hat mit ihren ca. 13 000 Quadratmetern eine Tagest\u00e4tte f\u00fcr 300 Kinder von 0 bis 3 Jahre, einen Kindergarten f\u00fcr 840 Kinder von 4 bis 6 Jahre, eine Grundschule f\u00fcr Kinder von 7 bis 14 Jahre und eine Abendschule f\u00fcr 1840 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Au\u00dferdem geh\u00f6ren zu einem Zentrum ein Telezentrum, eine gemeinschaftliche B\u00e4ckerei, ein gemeinschaftliches Zentrum, eine Halle f\u00fcr Theater-, Musik- und Filmvorf\u00fchrungen mit 450 Sitzen, eine Bibliothek mit 20 000 B\u00fcchern, Musik- und Tanzr\u00e4ume, zwei Orchester (ein Streichorchester und eine Big Band), ein gemeinschaftlicher Radiosender, Multimedia Aufnahme- und Produktionsstudios, eine Kunstschule, eine Sporthalle, offene Sportpl\u00e4tze, Gras- und Sandfu\u00dfballpl\u00e4tze, eine Skateboard-Loipe und 3 beheizte Schwimmb\u00e4der.<\/p>\n<p>Zugleich ist jede CEU- Einheit einzigartig. Ihre Identit\u00e4t entsteht aus den Widerspr\u00fcchen zwischen dem System und der jeweiligen Bev\u00f6lkerung, also ihrer Besucher. Es existieren auch Widerspr\u00fcche zwischen der eigenen Praxis von Bildung und Erziehung und der anderen Schulen. Zu nennen sind auch die Widerspr\u00fcche zwischen der individuellen Erfahrung, den individuellen Kenntnissen und Wissensformen und den allgemeinen Wissensformen und Lebensformen unserer brasilianischen Kultur. Diese Widerspr\u00fcche bilden ein Netz, besser ein Netzwerk f\u00fcr das Entstehen von Neuem.<\/p>\n<p>In CEUs gehen Bildungsprozesse weit \u00fcber die Schule mit ihren typisch auf den Klassen- oder Schulraum beschr\u00e4nkten Aspekten hinaus. Schule \u00f6ffnet ihre vier W\u00e4nde und bezieht sich in vielen Ebenen auf ein Gemeinwesen. In CEU wird die traditionelle Schule in einen Raum des Zusammenlebens, in ein Begegnungszentrum, einen Kulturraum mit ganz unterschiedlichen Aktivit\u00e4ten verwandelt.<\/p>\n<p>Die CEUs sollen dazu beitragen, dass die Individuen, die in diese R\u00e4ume eintreten und sie sich aneignen, vor allem ihre eigene Identit\u00e4t finden oder ein St\u00fcck weiterentwickeln. Ein CEU wurde als ein Raum der Reflexion konzipiert, als ein Raum von Studien und gemeinsamer Entwicklung von Wissen, als ein Raum, um etwas \u00fcber sich und die Welt, in der wir gemeinsam leben, zu erfahren.<\/p>\n<p>Die CEUs agieren als Entwicklungspole f\u00fcr marginalisierte Gemeinwesen. Sie f\u00f6rdern die Integration der kulturellen Erfahrungen von Marginalisierten, sie \u00fcbernehmen die Funktionen der Organisation und der Artikulation von sozialen Beziehungen in der einzelnen Favela. Die CEUs geben Kindern und Jugendlichen eine Chance, sich bewusst auf die eigene Kultur, Familie, Erziehung und Bildung, Sexualit\u00e4t zu beziehen und dabei die entwickelten Formen der neuen Kommunikations- und Informationstechnologie als Mittel zu handhaben.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Fallstudie in Form partizipativer Forschung und in der Methodologie der \u201eRomantischen Wissenschaft\u201c von Lurija<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bibliografie:<\/strong><\/p>\n<p>Illich, I. \/Sanders, B. (1988): Das Denken lernt Schreiben. Lesekultur und Identit\u00e4t. Hamburg (Original San Francisco 1988).<\/p>\n<p>Illich I.\/Sanders, B.: ABC. The Alphabetization of the Popular Mind. Editora North Point Press. San Francisco.<\/p>\n<p>Lurija. A.R. (1993): Romantische Wissenschaft. Forschungen im Grenzbereich von Seele und Gehirn. Mit einem Essay von Oliver Sacks. \u00dcbertr. u. m. Anm. vers. V. A. Metraux. Reinbeck<\/p>\n<p>Manguel, A. (2018): Eine Geschichte des Lesens. Frankfurt\/M. (3. Auflage).<\/p>\n<p>Markowitz, J. (1979): Die soziale Situation. Entwurf eines Modells zur Analyse des Verh\u00e4ltnisses zwischen personalen Systemen und ihrer Umwelt. Suhrkamp Verlag. Frankfurt.<\/p>\n<p>Mander, J. (1979): Schafft das Fernsehen ab. Eine Streitschrift gegen das Leben aus zweiter Hand. Rowohlt 1979.<\/p>\n<p>Perez, M. A. (2010): Soziale Inklusion durch Erziehung, Bildung und Kultur. Eine Studie \u00fcber Programm und Realit\u00e4t der \u201eVereinigten Bildungszentren\u201c in Sao Paulo . Diss. Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n<p>Sanders, B. (1998): Der Verlust der Sprachkultur. Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Originalausgabe erschien unter dem Titel \u201eA History of reading\u201c bei Alfred A. Knopf, Kanada, Toronto 1996. Die deutsche Erstausgabe erschien 1998 im Verlag Volk und Wissen. Berlin<\/p>\n<p>Beitragsbild: <a href=\"https:\/\/de.123rf.com\/profile_pinkbadger\">pinkbadger<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bernd Fichtner \/ Ohrbeck 2021 In diesem Beitrag werden historische und systematische Aspekte des Lesens und der aktuellen Leseforschung vorgestellt als theoretische Grundlage einer Fallstudie. Im Alltag verstehen wir Lesen als T\u00e4tigkeit eines Individuums, das einen Text still und leise f\u00fcr sich selbst liest. 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